Tischfernsprecher

Der Tischfernsprecher W48 wurde ab 1948 in sehr großen Stückzahlen für die Fernmeldedienstleister in den westlichen Besatzungszonen bzw. der Bundesrepublik Deutschland (ab 1950 Deutsche Bundespost) produziert. Eigentlich war die Standardfarbe des W48 schwarz, aber es gab den Apparat auch im Farbton „Elfenbein“. Allerdings waren die Kunststoffe der elfenbeinfarbenen Telefone nicht sehr lichtbeständig und darüber hinaus bruchempfindlicher. Deshalb sind heute viele Apparate dieser Farbe beschädigt oder ausgeblichen. Auch bei dem abgebildeten Exemplar zeigt sich auf der linken Seite ein deutlicher Riss im Gehäuse. Die elfenbeinfarbenen W48 waren in der Herstellung aufwendiger und teurer, daher galten die hellen Geräte als Statussymbol. Sie wurden von der Bundespost nur gegen einen Aufschlag bereitgestellt und waren eher in begüterten Haushalten sowie Arztpraxen, Anwaltskanzleien oder Hotels zu finden. Bis Ende der 1960er Jahre blieb der W48 das schlichte, zuverlässige und preiswerte Standardtelefon der Deutschen Bundespost. Es ist ein geradezu idealtypischer Vertreter der Wählscheibentelefone (Text: Stephan Bachter).

Die Fernsprechtischapparate (abgekürzt FeTAp) mit Wählscheibe wurden in der Zeit von 1961 bis in die 1980er Jahre verwendet. Der Fernsprechwandapparat hieß FeWAp, speziell designte Telefone DFeAp (Designfernsprechapparate). Spätere Modelle, die gestalterisch auf eine Hörerform zurückgeführt waren, wurden als KFeAp (Kompaktfernsprechapparate) bezeichnet.

In den 80ern wurden die hier gezeigten Modelle von den ersten Tastentelefonen abgelöst. Diese hatten an Stelle der Wählscheibe ein Tastenfeld (Text Andreas Garitz).

Tischfernsprecher W48

Tischfernsprecher W48, Schwarzwälder Apparate-Bau-Anstalt August Schwer Söhne GmbH, Farbvariante „Elfenbein“, um 1960, Privatsammlung München.

Tischfernsprecher FeTap 611-2a

Fernsprechtischapparat (FeTap) 611-2a der Deutschen Bundespost, um 1975, Privatsammlung München.

Tischfernsprecher FeTap 611-2a

Fernsprechtischapparat (FeTap) 611-2a der Deutschen Bundespost, um 1972-73, im typischen Hellorange der frühen 1970er Jahre, Augsburger Gedönsmuseum.