Bessy Hefte (Comic)

von Stephan Bachter

Die Bildgeschichten der „Bessy“-Reihe wurden zunächst im Comic-Magazin „Felix“ als Fortsetzungsgeschichten veröffentlicht. „Felix“ erschien von 1958 bis 1981 im Bastei-Verlag (Bergisch-Gladbach). Im selben Verlag brachte ab 1965 „Bessy“ als eigenständige Comicheft-Reihe auf den Markt, zunächst vierwöchentlich, ab Heft 6 zweiwöchentlich und ab Heft 58 wöchentlich. So wurden bis zur Einstellung der reihe 1985 insgesamt 992 Nummern veröffentlicht.

Unter dem Reihennamen „Bessy Classic“ erschienen in den Verlagen Hutterer & Förster sowie Hethke in den 1990er Jahren jene Abenteuer in Albenform, die bis dato nur als Fortsetzungsgeschichten in „Felix“ veröffentlicht worden waren.

Entwickelt wurde die Reihe von dem belgischen Comiczeichner und -autor Willy Vandersteen (1913-1990). Wesentlich mitgestaltet wurde „Bessy“ in den Anfangsjahren von dem in Vandersteens Studio angestellten belgischen Comiczeichner und -autor Karel Verschuere (1924-1982). Die Titelbilder zeichnete von 1965 (Heft 2) bis 1979 der deutsche Maler und Graphiker Klaus Dill (1922-2000).

Die Serie „Bessy“ spielt in den 1870er Jahren im sogenannten „Wilden Westen“ Amerikas.

Andy Cayoon wird als Ranchersohn, Scout und Forschungsreisender dargestellt, der in allen Staaten der USA sowie in Kanada genretypische, bekannten literarischen und cineastischen Wild-West-Motiven verpflichtete Abenteuer erlebt. Begleitet wird er stets von seiner Colliehündin „Bessy“. In einigen Heften treten in unterschiedlichen Figurenkombinationen auch die Eltern von Andy, der Rancher Marc Cayoon und seine Frau Jenny, sowie die Freunde von Andy auf. Zu diesen zählen der in der Wildnis aufgewachsene Ronny mit seinem Adler Rhawik (einen Pendent zur Hündin Bessy), der Häuptling der Apachen Schneller Hirsch sowie der Indianerjunge Flinkes Wiesel.

Da seitens des Basteiverlags in den Anfangsjahren der Heftveröffentlichungen die Nachfrage nach Geschichten sehr groß war und das Studio Vandersteen anfangs diese Nachfrage nicht bedienen konnte, wurden von Verschuere gezeichnete Karl-May-Geschichten umgearbeitet und im deutschsprachigen Markt als Bessy-Geschichten verkauft. So erhielt Old Shatterhand das Gesicht von Andy, während Bessy den Zeichnungen nachträglich zugefügt wurde. Dementsprechend spielte der Charakter „Bessy“ in diesen Geschichten nur eine untergeordnete Rolle.

Die Neueinführung einer Bessy-Reihe in den frühen 1990er Jahren mit Andy Cayoon als Ökoaktivisten in der Jetztzeit scheiterte kläglich.

Literatur: Die Sprechblase. Das deutsche Comicmagazin 23. Jahrgang, Nr. 163 (Oktober 1998, Bessy-Spezialausgabe: Die Bessy-Story).

 

Exponate

Bessy 63: Im Zauberreich der Dondos

Papier, durchgehend farbig bedruckt, Titelbild: Klaus Dill

Bergisch-Gladbach ca. 1967

bayerisch-schwäbische Privatsammlung

Der Vergleich mit dem nächsten Bild zeigt, dass Dill auf seinen Titelbildern häufig Grundpositionen wiederholte. In den frühen 1990er Jahren arbeitete er seine Bessy-Titelbilder zu Covern für die Karl-May-Ausgabe des Haffmanns-Verlag (Züricher Ausgabe) um.

Bessy 110: Marmuk, Herr der Eisbären

Papier, durchgehend farbig bedruckt, Titelbild: Klaus Dill

Bergisch-Gladbach ca. 1968

bayerisch-schwäbische Privatsammlung

Das Titelbild dieser Bessy-Ausgabe ist im James-Bond-Film „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ kurz im Hintergrund einer Szene zu sehen, die an einem Schweizer Kiosk spielt.

Bessy 121: Das Geheimnis der alten Uhr

Papier, durchgehend farbig bedruckt, Titelbild: Klaus Dill

Bergisch-Gladbach 1968

bayerisch-schwäbische Privatsammlung

Bessy 294: Die Dynamitfalle

Papier, durchgehend farbig bedruckt, Titelbild: Klaus Dill

Bergisch-Gladbach 1972

bayerisch-schwäbische Privatsammlung

Zu diesem Abenteuer erschien auch eine Schallplatte mit gleichem Titel und Cover.

Bessy 476: Die Schlucht der roten Wölfe

Papier, durchgehend farbig bedruckt, Titelbild: Klaus Dill

Bergisch-Gladbach ca. 1976

bayerisch-schwäbische Privatsammlung

Der Vergleich mit dem vorhergehenden Bild zeigt, daß Dill auf seinen Titelbildern häufig Grundpositionen wiederholte. In den frühen 1990er Jahren arbeitete er seine Bessy-Titelbilder zu Covern für die Karl-May-Ausgabe des Haffmanns-Verlag (Zürcher Ausgabe) um.